And who's to say we won't survive it too?
So lassen wir Alexander Veljanov die Einleitung des heutigen, so verspäteten Eintrages singen: "Take me and fly away to any other land I closed my eyes to freeze the picture of your hand" Wie unschwer zu erkennen etwas positiver und zukunftsorientierter, als die letzten ersten Zeilen der Blogeinträge. "Ja, warum denn um Himmels Willen diese Einstellungsänderung?!", wird mein imaginärer bester Freund fragen, der stets an meinem Wohlbefinden, meinen Gefühlen und Gedanken interessiert ist - ja, so ist ein wahrer Feund, obwohl es besser wäre, hier die Möglichkeit dieser Existenz auszudrücken - so sollte ein wahrer Freund sein. "Nun ja, mein Lieber, mein Herz ist der Grund... mein Herz, das vor Glücksgefühl und Aufleben immer schneller schlägt - so schnell, dass ich hoffe, es schlage sich nicht aus, in seinem noch so kurzen Dasein...""So? Aber das Herz rührt sich doch nicht von alleine an, es muss doch einen Anstoß gegeben haben, der dich aus der Todesgrube gerissen hat?""... Hm, ja - sicherlich gibt es dafür einen Grund. Eine Reaktion braucht ja gewöhnlich eine Aktion, insofern will ich dir den Grund geben: Die Liebe.""Die Liebe?! Vergiss aber nicht: die Reaktion von Liebe ist meistens und mithin Schmerz!""... *verzweifelt-den-kopf-schüttel* ... ""*überzeugt-und-großväterlich-nick*"NEIN, die Liebe hat mich doch rausgerissen aus dem Loch! Du hast es selbst gesagt und gemerkt, dass es ohne sie nicht mehr lang gegangen wäre!" " Ja, aber ... "Sobald ein Satz mit "ja,aber" anfängt, kann man die Diskussion abbrechen und ich werde somit nach dem versagenden inneren Dialog einen Monolog zu Ende führen...Zu sagen verbleibend:Dû bist mîn, ich bin dîn.des solt dû gewis sîn.dû bist beslozzenin mînem herzen;verlorn ist das sluzzelîn:dû muost ouch immer darinne sîn. (Derjenige weiß, wo er bei mir steht ;-) )
Der Sturzbach
Nun scheint mich die Flut doch noch eingeholt zu haben. Aber die versprochene neue - schöne - Welt bleibt aus. Stattdessen komme ich mir vor, wie eine Ertrunkene. Eine Ersoffene in dem Wasser, mit dem sie einst ihr Leben benetzte. Lebensspendend damals, nun lebensflutend... und das letzte Rinnsal tropft mir aus den Augen... man sagt, alle Flüsse landen im Meer - meiner versiegt.
Nothing ever happens
Das Nichts breitet sich aus... jetzt hat es sogar schon meine Tätigkeiten eingenommen. So viele Stunden rinnen dahin, ohne irgendeinen Sinn zu haben, ohne bewusst wahrgenommen zu werden, ohne es wert zu sein, sich an sie noch mal zu erinnern. Mittlerweile hat schon wieder ein neuer Tag begonnen, und ich frage mich, was ich denn heute gemacht habe... (die Frage, was dieses heute von anderen unterscheidet, lasse ich mal unerwähnt) - also: Ich habe verzweifelt versucht im Chat intelligentes Leben zu entdecken, habe diese Forschertätigkeit jedoch schon wieder aufgegeben, weil mein ausgeprägter Sinn für Orthographie diese Qualen nicht aushält; jedoch ist es auch lustig zu beobachten, wie Leute auf Korrekturen oder Klugscheißereien reagieren: "Vadamt, redst du ima so, oda wüst lei heite so an auf obagscheid mochen? ... geh wida zu deine biacha, wei so a streba wie du bin i nit, doss i sogoa in di ferien lernen tua... oba wenn i mi onsträngn tat, kennt i a so schreibn wie du, hob nämlich an sehr guatn erfolg aufm gymi, nur bin i ka streba... geh scheißn" :-)
Weiters habe ich mir wieder einmal "Meaning of life" von Monty Python angesehen und wieder einmal muss ich mir resignativ eingestehen, dass ich ihn immer noch nicht so verstand, dass ich den Sinn dieses Daseins erkennen könnte... also hab ich mal wieder über Zynismus, versteckte Ironie und makabre Organ-, bzw. Kotzeschlachten gelacht...
Zwischendurch immer wieder an der mir fremden Seminararbeit zum Thema Jugend geschrieben - aus einem Buch abgeschrieben, wobei mir die Montonie und das Klappern der Tasten im ständigen selben Rhythmus im Schlafe abgehen werden. Könnte man sich immer an eine solch unaufhaltsam ins Hirn hämmernde Vorgabe halten, hätte nicht einmal ich Probleme geraden Schrittes in die Welt zu gehen.
Um zu den praktischeren Dingen auch noch zu kommen: Heute habe ich es mir herausgenommen, für mich alleine ein Gourmet-Menü zu kochen -
Vorspeise : Deliciöse Knoblauch-Creme!-Suppe
Hauptspeise: Penne mit Biobutter
Nachspeise: Danone Topfencreme mit geschnittenen Nektarinenstückchen :-)
Um diesen Tag nun fröhlich ausklingen zu lassen, werde ich mir noch ein paar Braveheartsequenzen ansehen und danach irgendwie beruhigt/befreit in den Schlaf sinken, immer im und mit dem Gebot, niemals die Lachsschaumspeise anzurühren...
Ein Stern, der nur für mich verglüht
Anstoss zu diesem Blog gibt ein Lied: Die Flut von Joachim Witt und Paul Heppner, in dem jene Fluten besungen werden, die den angeekelten und lebensverneinenden Geist wegspülen - jedoch nicht in die Leere, sondern in eine neue, andere, schönere Welt. Eine Welt, in der jener Stern, der zur Namensgebungs meines Titels dient, nur für dich selbst verbrennt... er leuchtet dir nicht, er glüht nicht für dich, sonder er ver-glüht dir, mit dir. Ein Realismus getrieben von unaufhaltbaren Funken eines Optimismus, der sich in einem grüne Blatte, das vor dir zu Boden segelt auftut. Im Wissen, irgendwann zu Boden stürzen zu müssen, sich selbst fallen lassen, sich freiwillig und gewollt zu Boden werfen, es sich als Lebensziel zu machen, irgendwann den freien Fall zu erleben... leider unmöglich. Wie krampfhaft halt ich mich doch an meinem Ast fest, wie schmerzt mir die Hand schon, wie pochen meine Adern... ich weiß, dass ich bald stürzen werde, ohne mich innerlich mit Fangseilen gesichert zu haben. Winde gibt es genug, die an mir reißen, die mich von meinem Thron der Selbstgefälligkeit wehen wollen. Und schließlich lässt sich die Zeit ja auch nicht aufhalten... gerade noch im Frühling meines Lebens, wird der Winter schneller einher ziehen, als gedacht... Mit den Worten Melotrons will ich enden und den Gedanken an den Frost wieder verwerfen:"Sanft durchdringt uns die Dunkelheit, wir lassen uns fallen und vergessen die Zeit. Zart berührt von der Ewigkeit, alles scheint so unendlich weit -es gibt nichts, daß jetzt noch fehlt... Kalt umschlingt mich die Dunkelheit, bin verloren in der Einsamkeit - es gibt nichts, daß jetzt noch zählt... es ist vorbei..."
Blei auf den Augen, Feuer in den Synapsen
So beginne ich erneut den verzweifelten Versuch etwas Konstruktives aus meiner Gedankenwelt irgendwie in pixelige Buchstaben zu pressen, Gedanken auszuleeren und anderen einen Einblick in meine Seele zu verschaffen (dass es die anderen nicht geben wird, hält mich davon nicht ab); versuche zudem noch meine Augen offen zu halten - durch ständiges Blinzeln und Reiben unterwerfe ich sie meinem Willen - und dem Bette zu trotzen. Das Ziel dieser Mühsal: Gedanken ordnen, freier schlafen zu können. Die Ursache: Begegnung mit dem Leben, Aufwachen aus dem dogmatischen Schlummer, tiefes Luftholen im luftleeren Raum, Prickeln in allen Gliedern, endlich wieder einmal ein JA! zu diesem Dasein, ein Abweichen vom Weg ad absurdum (vielleicht doch nur eine Abkürzung, die tiefer in das Schwarz führt?) ein Vogel in meiner Hand, der sich seit langem wieder einmal frei genug dünkt mich nicht zu verlassen... In diesem Sinne, wünschend, dass er mir nicht in die Hand scheiße, gehe ich einen weiteren Schritt in das Nichts - in die Leere des Traumes...